MAKING OF: HERI – Eine Auftragsmalerei für das Künstlerhaus München

MAKING OF: HERI – Eine Auftragsmalerei für das Künstlerhaus München

HAPPY BIRTHDAY!
125 Jahre KÜNSTLERHAUS MÜNCHEN

Eine Auftragsmalerei für das Münchner Künstlerhaus zur 125-Jahr-Feier am 29. März 2025.

Interpretation der Malereien der Fensterprospekte 2025 im Münchner Künstlerhaus
Die Idee zur Interpretation „125 Jahre Münchner Künstlerhaus“ ergab sich maßgeblich durch die 
architektonischen Vorgaben des Festsaals mit seinen drei großen Fenstern.
Diesen den Platz dreier Themen zuweisend, stellen sie eine illustrative Abfolge von freien, bildnerischen Interpretationen zur Entstehung, Umsetzung und Nutzung des Künstlerhauses dar. Die Aufteilung der drei Prospekte  in „Gestern“ (HERI), „Heute“ (HODIE) und „Morgen" (CRAS) lag daher nahe. 

HERI oder wie visualisert man die Geburt einer Idee?
Man schlägt nach im Lexikon der Malerei und findet unter „R“ Raffael.
 Kein geringerer Meister der Hochrenaissance und der Schöpfer der knapp acht Meter breiten Wandmalerei „Die Schule von Athen“ in der „Stanza della Segnatura“ im Vatikan. Ein Bild, in dem sich die alten, prägenden Philosophen und Wissenschaftler der westlichen Zivilisation ein Stell-Dich-Ein geben, in einem fiktiven Gebäude, dass den Umfang all ihrer Ideen gerecht zu werden scheint. Ein Raum in dem offensichtlich Neues entstehen kann. In dem Ideen geboren werden.
Dieser Raum, mit seiner beeindruckenden Architektur, schien gerade recht als Schauplatz zur Darstellung der Geburt der Idee zu einem Künstlerhaus in München. Nun brauchte man nur die alten Philosophen gegen die prägenden Künstlerpersönlichkeiten um 1900 in München auszutauschen und schon hat man die Geburtstunde des Münchner Künstlerhaues mit einem Teil ihrer Protagonisten im angemessenen Rahmen.
Der Kunst ein eigenes Haus, ein eigenes Zuhause geben. Diese zündende Idee wurde bereits viele Jahre von der Münchner Künstlerschaft intensiv diskutiert und so kam es schließlich am 3. Juli 1893 zur Grundsteinlegung.

Die Protagonisten und Förderer hinter dem Vorhang der Geschichte
Einen Teil der Protagoisten. Nicht alle Persönlichkeiten die im unteren Fries namentlich genannt werden konnten abgebildet werden, mangels Fotografischer Dokumente. Eine Persönlichkeit ist im oberen Sturz der Architektur im Bild nur namentlich genannt und doch ist er wohl einer der wichtigsten: Prinzregent Luitpold von Bayern. Nicht nur durch die Zustimmung zum und die Förderung des Künstlerhauses, sondern durch eine breite Förderung der schönen Künste in München und Bayern, legte Prinzregent Luitpold – wie auch seine Vor- und Nachfahren – gleichsam schützend und stützend seine Hand über die Kultur. 
Um einen etwas erweiterten kulturellen Blick auf die Münchner Jahre um 1900 zu geben, denn dies ist auf Grund der weitreichenden und zukunftsweisenden Neuerungen, die auf unterschiedlichster Art gerade in München gefördert und iniziert wurden, nennenswert.
Daher fanden auch weibliche Persönlichkeiten – beispielhaft aus der Münchner Zeit – einen Platz im Bild. U.a. Anita Augspurg, die erste promovierte Juristin des deutschen Kaiserreichs, Frauenrechtlerin und erste Fotografin in München mit ihrem Fotoatelier Elvira.
Weiter zu sehen sind die Schauspielerin Liesl Karlstadt, die Bildhauerin und Grafikerin Käthe Kollwitz, die Malerin Gabriele Münter und die Malerin Maria Slavona.
Sie alle standen in direktem Bezug zu München und ihrer damaligen bewegten und richtungsweisenden Kunstszene.
Ebenso findet ein berühmter Lyriker, Eugen Roth und ein bekannter Komponist und Dirigent, Hermann Levi, einen Platz im Bild.
Wir sehen in der oberen Reihe von links nach rechts:
Wilhelm Busch, Zeichner, Maler - Franz Naager, Maler - Franz von Stuck, Maler - Heinrich Düll, Bildhauer - Georg Pezold, Bildhauer - Prof. Gabriel Seidl, Architekt - Prof. Franz von Lenbach, Maler - Hermann Levi, Dirigent und Komponist, Eugen Roth, Lyriker - Prof. Heinrich Waderé, Bildhauer und Medailleur - Lovis Corinth, Maler - Friedrich August von Kaulbach, Maler - Franz August von Defregger, Maler - 
Otto Hupp, Maler - Julius Diez, Maler.
 Vor und auf der Treppe sehen wir links Prof. Jakob Ungerer, Bildhauer und rechts Olaf Gulbransson, Zeichner und Maler.
In der unteren Reihe sind abgebildet von links nach rechts:
Anita Augspurg, Juristin, Frauenrechtlerin und Fotografin - Liesl Karlstadt, Schauspielerin - Käthe Kollwitz, Malerein, Bildhauerin, Grafikerin - Maria Slavona, Malerin - Gabriele Münter, Malerin.

Die Malerei
Originalformat: 100 x 60 cm
Material: Acrylfarbe auf Holz

Die Prospekte
Druckformat: 570 x 340 cm
7-Farben Sublimationsdruck auf Trevira (halbtransparentes Fahnengewebe)

Entwurf, Bleistift und Aquarellfarbe auf Papier

 

Vorzeichnung des Motivs in Bleistift auf dem Malgrund (Holztafel)

 

Fertige Vorzeichnung auf dem Malgrund in Umbra und Sienatönen

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