Der subjektive Blick Es ist der subjektive Blick eines Betrachters, die ersten Momente beim Anschauen eines Bildes und die Assoziationen, die dabei aufsteigen. Hier schwingen Erfahrungen aus dem eigenen Leben mit. Das ist ein wertvoller Vorgang, ein authentischer innerer Dialog mit dem Bild, bevor Informationen von außen kommen. In der Psychologie wird dieser Effekt „Übertragung“ genannt. Es ist die persönliche Wahrheit eines Betrachters, gegeben durch subjektive Lebenserfahrungen. Der Künstler erschafft seine Werke aus sich heraus, aus dem, was er erlebt hat und wo er sich gerade im Moment der Gestaltung befindet. Seine Technik nimmt er dabei zur Hilfe und streift diese wie ein Kleid den Inhalten über. Nahezu alle Kunstwerke, auch die Abstrakten, bergen daher eine emotionale Gestimmtheit, die manchmal nur ganz leise angedeutet ist und die uns als Betrachter erreichen kann.
Mein persönliches Erlebnis einer „Übertragung“, das ich bei zwei Bildern von Vincent van Gogh hatte und das mich nachhaltig beeindruckte, sind „Stillleben mit einem Paar alten Schuhen“ und „Leerer Stuhl mit Pfeife und Tabak“. In beiden Bildern fühlte ich die Anwesenheit des Malers. Und im Falle des Bildes "Leerer Stuhl mit Pfeife und Tabak“, besonders stark die Einsamkeit des Malers.

Ein Mädchen blickt durch den Briefschlitz einer Tür. Der Lichtschein fällt über ihr verlorenes Profil und taucht die Szene in ein geheimnisvolles Licht. Er fokussiert die intime Szene und erzeugt starke Schatten. Der Rest des Bildraumes bleibt diffus, denn es handelt sich um einen Erinnerungs-Ausschnitt meiner Kindheit. In der Nachbarschaft gab es einen Haushalt, der unzugänglich und zugleich so gänzlich anders und fremd war im Vergleich zum eigenen – eine andere Welt eben. Fasziniert von meiner Vorstellung und neugierig auf diese Parallelwelt, versucht, einen Blick zu erhaschen. Was ich sah, bleibt dem Betrachter verborgen. Vielleicht liegt deshalb Spannung in der Luft. Hier geht es um den Moment des Tuns und um die Erfahrung beim Erblicken einer anderen Welt.
Der Komplementärkontrast Johannes Itten hat bereits Anfang des vergangene Jahrhunderts sieben Kontraste beim Sehen definiert, u.a. den Komplementärkontrast und den Simultankontrast. Kontraste die insbesondere die Maler der klassischen Moderne beschäftigten. Diese wollten allesamt raus aus dem akademischen Muff und ans Licht, im freien Malen und das Atmosphärische in der Luft und in der Landschaft in ihren Bildern wiedergeben. Die Pointillisten oder Neoimpressonisten, allen voran Georges Seurat und Paul Signac, fassten ihre malerische Technik ebenso in ein analytisches System sowie in eine strukturierte Vorgehensweise und schufen so u.a. die „Optische Mischung“ von Farben auf der Leinwand, in dem zwei Primär- oder Sekundärfarben klar begrenzt nebeneinander gesetzt wurden. Diese so gepunktete Fläche ergab erst im Auge des Betrachters eine neue Mischfarbe bzw. einen neuen Farbton, daher "optische Mischung". In Vincent van Goghs Briefen an seinen Bruder Theo, schwärmte Vincent von der Wirkung komplementärer Farben. Allerdings nicht in einem auflösendem Raster innerhalb eines Bildes, sondern in größeren, nebeneinander gesetzten Farbflächen und auch bei der „Dekoration“ seiner Bilder, sowie Vincent es nannte, sollten die Motive in komplementären Farben nebeneinander hängen.
|
|
Das Komplementärraster Anders verwende ich den komplementären Kontrast bei meiner Malerei, in dem ich ein Strichraster zweier komplementärer Farben setze, die im Auge des Betrachters durch "optische Mischung" einen neuen Farbton ergeben. Johannes Itten wusste, dass das mischen auf der Palette von Komplementärfarben immer ein warmes Grau ergibt. Was aber bei einer optischen Mischung entsteht, ist ein starkes Flimmern dieses komplementären Rasters, das die Fläche aufzulösen scheint und sie atmosphärisch und nicht greifbar erscheinen lässt. Dies in Kombination mit einer realistischen Malerei, schafft für mich einen neuen Ausdruck, wie z.B. in der Arbeit ‚Andere Welt‘ aus dem Jahr 2017 oder in der kleinen, siebenteiligen Hommage an Paul Cézanne ‚Pauls Äpfel‘ (zeigen). Hier greife ich Apfel Stillleben von Paul Cézanne formal auf und setze sie in meine Komplementärfarben-Malerei um. Ich liebe Paul Cézannes Malereien und bewundere, dass er einer der Wegbereiter der modernen Malerei wurde, mit dem Malen von Äpfeln.
|
|
|
|
|
29,00 €
Feinster Fotorealismus trifft auf komplementär-Rastertechnik.
Das Motiv ist als brillanter und hochwertiger Kunstdruck auf einer fein strukturierten Leinwand erhältlich. Die Leinwand wird über einen handgefertigten Holzrahmen mit einer Stärke von 2 cm aufgespannt. Spezielle UV-beständige Tinte verhindert das die Originalfarben im Laufe der Zeit verblassen. Lösungsmittelfrei und daher absolut sicher für Kinder und Allergiker. Hergestellt wird der Kunstdruck in Deutschland.
|
|
|
|
|
|
|
Viel Freude beim Entdecken! Euer Bildermaler, Klaus
|
|
|