In einer kleinen Folge von Ausführungen stelle ich euch drei meiner großformatige Malereien vor. Die Zweite zeigt eine jedem Spaziergänger bekannte Szenerie:
Geschlagenes Holz
Der Duktus von Axt und Pinsel
Der Pinselduktus (von lateinisch ducere = führen, ziehen, gestalten) beschreibt die Art und Weise, wie Kunstschaffende den Pinsel führen und dabei charakteristische Spuren – sogenannte Werkspuren – hinterlassen. Er offenbart den Rhythmus der malenden Hand und wird von der Wahl des Pinsels ebenso beeinflusst wie von der Intention des Künstlers. Ob bewusst oder intuitiv eingesetzt, der Duktus verleiht einem Werk Ausdruck und Tiefe. So kann etwa in einem Porträt die feine Pinselführung im Gesicht besondere emotionale Nuancen betonen, während grobere Striche in der Kleidung den Fokus von Details ablenken. Der Pinselduktus kann fein oder grob, flächig oder malerisch, homogen oder heterogen, dynamisch oder ruhig, geordnet oder frei sein – und gerade in dieser Vielfalt liegt seine Kraft.
Der Duktus der Axt – Spuren von Kraft und Geste
Auch der Schnitt eines mit der Axt gefällten Baumes trägt einen eigenen Duktus. Die Spuren der Klinge – rhythmisch, schräg verlaufend, mal tief, mal flach – erzählen von der Bewegung des Körpers, vom Schwung der Axt, vom Widerstand des Holzes. Jede Kerbe ist ein sichtbares Echo der Geste, eingefroren im Material. Ähnlich wie der Pinselduktus in der Malerei offenbart auch dieser Duktus den Moment der Handlung: mal impulsiv und roh, mal präzise und kontrolliert. In beiden Fällen bleibt die Spur als Zeichen des Prozesses erhalten – sei es auf der Leinwand oder im Holz, immer Ausdruck von Rhythmus, Kraft und Intention.
Mondholz – Vom Rhythmus des Mondes und der Dauer des Moments Seit Jahrtausenden beschäftigt sich der Mensch mit dem Einfluss des Fällzeitpunkts auf die Holzqualität. Besonders haltbar ist sogenanntes Mondholz, das bei abnehmendem Mond geschlagen wird. Diese uralte Praxis findet sich in Überlieferungen von Julius Caesar bis ins Mittelalter – und moderne Forschung, etwa an der ETH Zürich, bestätigt: Holz, das im Rhythmus des Mondes geerntet wird, ist widerstandsfähiger, dichter und langlebiger. Doch was hat das mit Malerei zu tun? In meinem Werk „Geschlagenes Holz“ spiegelt sich nicht nur das Bild eines Holzstapels, sondern auch die Idee vom Duktus – der Spur, die ein Werkzeug hinterlässt. Ob Axt oder Pinsel: Beide folgen Bewegungsmustern, die von Kraft, Rhythmus und Intuition geprägt sind. Während der Axtschlag den Lebenszyklus des Baumes beendet, fängt der Pinselstrich den Moment ein und verleiht ihm Dauer. So wie Mondholz der Vergänglichkeit trotzt, bewahrt die Malerei das Flüchtige und verwandelt es in Beständigkeit.
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